Ich, Iraj Esmaeilpour Ghoochani, habe in meiner Arbeit mit Kindern im Rahmen von Setting-Coaching (Aufstellung) gelernt, dass die Art zu fragen entscheidender ist als die Frage selbst. Diese Erfahrung habe ich mit dokumentarischer Interviewpraxis verbunden und zu einer filmischen Fragetechnik weiterentwickelt. Sie ermöglicht Kindern, im Reality-Kino professionell zu fragen: offen, aufmerksam und ohne zu urteilen.
Interview online erschienen
Ein aktuelles Interview zu meiner Arbeit ist bei Baden1 erschienen:

https://baden1.de/dr-iraj-esmaeilpour-ghoochani/
Das Gespräch berührt einen Kern meiner Praxis: die Übertragung von Aufstellungslogik in filmische Prozesse.
In der Arbeit mit Kindern im Setting-Coaching (Aufstellung) wurde deutlich, dass nicht die Frage selbst entscheidend ist, sondern ihre Struktur. Eine Frage kann eine Situation schließen – oder sie öffnen.
Die daraus entwickelte filmische Fragetechnik verbindet diese Erfahrung mit dokumentarischer Praxis. Sie befähigt Kinder, im Reality-Kino als Fragende zu agieren: nicht suchend nach richtigen Antworten, sondern präzise im Erzeugen von Räumen, in denen etwas zur Erscheinung kommen kann.
🎙️ EIN GUTES INTERVIEW IST KEIN FRAGENKATALOG
Es ist ein Raum, in dem eine Geschichte entstehen darf.
Du brauchst:
- echtes Zuhören
- offene Fragen
- Zeit
Du brauchst nicht:
- perfekte Formulierungen
- Vorwissen
- Kontrolle
🔑 DIE GOLDENE REGEL
❌ Geschlossene Fragen
Ja / Nein / kurz
✅ Offene Fragen
laden zum Erzählen ein
Beispiel
❌ „War das schwer?“
✅ „Wie war das für dich?“
⏸️ STILLE IST KEIN FEHLER
Nach einer Antwort:
- nicht sofort sprechen
- warten
- nicken
👉 Oft kommt nach der Pause das Wichtigste.
🧭 FOLGE DER GESCHICHTE
Wenn etwas hängen bleibt – bleib dort.
„Dann war ich plötzlich allein.“
Frag:
- „Was heißt allein für dich?“
- „Wie hat sich das angefühlt?“
👉 Die Geschichte zeigt dir den Weg.
🔍 DETAILS ERZEUGEN SPANNUNG
Große Gefühle = kleine Details
Frag:
- „Wo warst du?“
- „Was hast du zuerst bemerkt?“
- „Was war in dem Moment am schwersten?“
⚠️ WARUM KOMMT SPÄTER
❌ „Warum hast du das gemacht?“
✅
- „Was hat dich dazu gebracht?“
- „Was war damals wichtig für dich?“
👉 Erst Vertrauen, dann Warum.
💬 GEFÜHLE EINLADEN
Nicht benennen – öffnen.
❌ „Das war traurig, oder?“
✅
- „Wie ging es dir dabei?“
- „Was hat das mit dir gemacht?“
🧰 DIE 3 RETTUNGSFRAGEN
Wenn du nicht weiterweißt:
- „Kannst du mir mehr davon erzählen?“
- „Was meinst du genau damit?“
- „Wie ging es danach weiter?“
🎯 DEIN ZIEL
Nicht:
- prüfen
- korrigieren
- urteilen
Sondern: Raum halten für eine Stimme.
🌱 GUTER ABSCHLUSS
- „Gibt es etwas, das du noch sagen möchtest?“
- „Was ist dir wichtig, dass andere es hören?“
👉 Lass die Person den letzten Ton setzen.
