Partizipatives Video hat dieselbe Magie: Nicht einer allein trägt das Talent. Gemeinsam sind wir das Talent:

Wo Stimmen unterdrückt werden…

Ort: Anne Frank GMS; Möhringen

Handout:

„Wo Stimmen unterdrückt werden, beginnt Verantwortung.“

Unsere Stimme, unsere Geschichte

Im Iran gibt es gerade einen inneren Krieg. Menschen im selben Land stehen sich gegenüber.
Viele Kinder und Familien sind mittendrin. Das Internet ist gesperrt. Telefone funktionieren nicht. Viele Stimmen erreichen niemanden.

Iran ist eine sehr alte Nation. Sie trägt viele Erinnerungen. Jetzt kommen neue Verletzungen dazu. Darum braucht es dieses Projekt.

Hier geht es um Stimmen. Um deine Stimme. Um eure Geschichten. Auch Eltern oder andere vertraute Erwachsene können sprechen – für sich selbst oder gemeinsam mit Kindern.

„Schweigen ist nicht neutral.“

Du entscheidest selbst:
ob du sprichst oder jemand, dem du vertraust,
was du erzählen möchtest,
und was privat bleiben soll.

Wir zeigen nur die Lippen. So bleibst du geschützt, aber deine Stimme wird gehört.

Diese Stimmen sollen andere Kinder, Schulen und Erwachsene aufmerksam machen.
Wenn Menschen nicht sprechen können, sind andere verantwortlich zuzuhören.

Die Teilnahme ist freiwillig.
Das Projekt ist sicher.
Und es ist für dich.

„Stimme fehlt. Du nicht.“

„Unsere Stimme, unsere Geschichte“

Projektbeschreibung

„Unsere Stimme, unsere Geschichte“ ist ein niedrigschwelliges Filmprojekt zur Bearbeitung kollektiver Traumata im schulischen Kontext. Ausgangspunkt ist eine radikale formale Einschränkung: Die Kamera zeigt nur die Lippen. Kein Gesicht, kein Blick, kein identifizierbares Subjekt. Stimme ohne Person – Ausdruck ohne Auslieferung.

Das Projekt folgt einer einfachen, aber strengen Logik:
Wenn das Trauma nicht gezeigt werden kann, muss es artikuliert werden.
Wenn das Subjekt gefährdet ist, wird die Form zum Schutzraum.

Die Lippen fungieren hier als minimale Schwelle zwischen Innen und Außen, zwischen Körper und Sprache. Sie sind weder Maske noch Enthüllung, sondern eine Grenze. Mathematisch gesprochen: eine Reduktion der Dimensionen, um Singularitäten sichtbar zu machen. Je enger das Frame, desto höher die Dichte der Bedeutung.

Die veröffentlichten Videos zielen nicht auf Voyeurismus oder Betroffenheitsästhetik, sondern auf strukturelle Sensibilisierung: Schulen und Bildungseinrichtungen sollen erkennen, dass politische Gewalt nicht „außerhalb“ beginnt, sondern sich in Stimmen, Pausen, Brüchen und Zittern der Sprache fortsetzt.

Dies ist kein Projekt der Repräsentation.
Es ist ein Projekt der Artikulation.

Liebe Schüler:innen,
vielleicht wird es in den nächsten Tagen ein neues Projekt an unserer Schule geben namens: „Unsere Stimme, unsere Geschichte“.

Dabei geht es um Stimmen von Kindern und Familien aus dem Iran, die im Moment nicht gehört werden können.
Wenn das Projekt stattfindet, könnt ihr zuhören, Fragen stellen und euch freiwillig beteiligen.

Weitere Informationen folgen, sobald feststeht, ob und wie das Projekt umgesetzt wird.

Manche Resultaten:

Projektleiterin/Lehrerin: Jennifer Stefanovici

Das folgende PDF dokumentiert Flucht und Ankommen aus der Perspektive mehrerer Kinder und Jugendlicher – einmal als reflektierte Texte, einmal als handschriftliche Spuren. Wir haben das Dokument ohne die grünen Lehrkraft-Notizen transkribiert und die zentralen Motive als Grundlage für die weitere Drehbucharbeit herausgearbeitet: Grenze als Angst-Ort, Sprache als Weltzugang, wiederholtes Neuanfangen sowie die Frage, ob „Heimat“ am Ende eher ein Gefühl als eine Geografie ist:

Mein Weg zur Freiheit


Seite 2–3 (getippt)

ich war sechs Jahre alt, als sich mein Leben für immer veränderte. In diesem Alter denkt ein Kind normalerweise an Spielen, Schule und Freunde. Doch meine Kindheit wurde von Angst, Unsicherheit und Abschied geprägt. Ich musste Syrien verlassen, mein Heimatland, ohne wirklich zu verstehen, warum. Ich wusste nur, dass wir gehen mussten, um zu überleben. Die Flucht war kein einmaliger Weg, sondern ein langer, schmerzhafter Prozess. Drei Mal wurden wir an der Grenze erwischt. Drei Mal Angst, drei Mal Hoffnung, die fast zerbrach. Für ein Kind ist so etwas kaum zu begreifen. Grenzen wurden für mich nicht zu Linien auf einer Landkarte, sondern zu Orten der Furcht. Orte, an denen man nicht wusste, ob man weiterleben darf oder zurückgeschickt wird. Als wir schließlich ankamen, begann ein neues Leben – aber ohne Sprache, ohne Freunde, ohne Verwandte. Wir konnten kein Deutsch, kannten niemanden und mussten bei null anfangen. Sprache ist der Schlüssel zur Welt, und wir hatten diesen Schlüssel nicht. Jeder Gang nach draußen fühlte sich fremd an. Alles war neu, kalt und weit entfernt von dem, was ich Heimat nannte.

Seit über zehn Jahren habe ich einen großen Teil meiner Verwandten nicht mehr gesehen. Zeit, die man nicht nachholen kann. Feste, Umarmungen, gemeinsame Erinnerungen – all das existiert nur noch in meiner Erinnerung. Flucht bedeutet nicht nur, einen Ort zu verlassen, sondern auch Menschen, die man liebt. Dieser Verlust begleitet mich bis heute. Ein Philosoph, der mich in diesem Zusammenhang besonders berührt, ist Hannah Arendt. Sie selbst war auf der Flucht und sagte sinngemäß:
„Flüchtlinge verlieren nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihren Platz in der Welt.“
Dieses Zitat beschreibt genau, was ich empfinde. Man verliert nicht nur ein Land, sondern auch Sicherheit, Identität und Zugehörigkeit. Ich finde Arendts Gedanken sehr ehrlich und mutig, weil sie zeigt, dass Flucht kein politisches Thema allein ist, sondern ein menschliches.

Ich habe dieses Thema gewählt, weil es mein Leben ist. Es ist nicht nur Vergangenheit, sondern Teil meiner Identität. Die Flucht hat mich früher erwachsen gemacht, als ich es sein wollte. Sie hat mir Angst gegeben, aber auch Stärke. Ich habe gelernt, dass nichts selbstverständlich ist – weder Frieden noch Familie noch Sprache. Was diese Erfahrung mit mir gemacht hat, ist schwer in Worte zu fassen. Sie hat mich sensibler gemacht für das Leid anderer Menschen. Ich sehe die Welt anders als viele, die nie fliehen mussten. Gleichzeitig hat sie mir gezeigt, wie stark ein Mensch sein kann, selbst wenn er noch ein Kind ist. Nach dem Schreiben und Nachdenken über meine Geschichte fühle ich mich nicht unbedingt „glücklich“, aber leichter. Es tut gut, die eigene Geschichte nicht zu verdrängen, sondern ihr einen Platz zu geben. Ich bin nicht nur ein Flüchtling – ich bin jemand, der überlebt hat, gelernt hat und weitergeht. Meine Vergangenheit hat mich geprägt, aber sie bestimmt nicht meine Zukunft. Ich trage sie in mir, als Erinnerung, als Mahnung und als Kraftquelle. Und vielleicht ist genau das meine persönliche Philosophie: Dass selbst aus Schmerz Hoffnung wachsen kann – wenn man nicht aufhört, an sich zu glauben.


Seite 4–5 (getippt)

Ein neues Leben von Null beginnen
Teil 1

Nachdem wir nach sieben Jahren, die wir in der Türkei gelebt hatten, so viele Schwierigkeiten erlebt hatten, beschloss mein Vater, in ein neues Land zu ziehen und ein völlig neues Leben von Null zu beginnen. Als mein Vater mir das zum ersten Mal sagte, sagte ich NEIN. Ich wollte kein neues Leben beginnen, ich wollte diese Schwierigkeiten nicht noch einmal durchmachen. Aber unsere Situation in der Türkei war nicht mehr gut, die Preise waren gestiegen, die Miete war doppelt so hoch wie das Gehalt meiner Eltern, und wir kamen nur schwer über die Runden.

Auch wenn ich am Anfang „nein“ sagte zu einem neuen Leben, sah ich nach ein paar Wochen, dass wir keine andere Wahl hatten. Eines Nachts gingen mein Vater und ich spazieren und er versuchte mich zu überzeugen. Gegen 22 Uhr gingen wir draußen und er sprach stundenlang mit mir. Er erklärte mir, wie viel besser unser Leben werden könnte, wenn wir von hier weggehen. Diese Nacht war genau die Nacht, in der ich überzeugt wurde, und wir beschlossen, nach Deutschland zu ziehen. Aber alles war nicht so einfach.

Zuerst mussten wir in den Iran fahren und von dort nach Deutschland weiterreisen. Wir begannen, alle unsere Sachen zu packen. Als ich es meinen Freunden erzählte, waren alle traurig. Tausende Gedanken gingen mir durch den Kopf. Was wird jetzt passieren? Werde ich es schaffen? Wie werde ich eine neue Sprache lernen?

Unsere Sachen waren sehr viel, ungefähr 7–8 Koffer. Deshalb konnten wir nicht mit dem Flugzeug fliegen. Wir mussten mit dem Bus nach Iran fahren, und das bedeutete eine 52-stündige Reise. Wir kauften die Bustickets und, obwohl es sehr schwer war, verabschiedete ich mich von meinen Freunden.

Der Bus war sehr schlecht, deshalb wurde die Reise noch schwieriger. Als wir die Grenze Türkei–Iran erreichten, mussten wir unser ganzes Gepäck aus dem Bus bringen, weil der Bus durch die X-Ray Kontrolle musste. Es war sehr beängstigend, weil dort jede Art von Menschen war. Wir kamen in einen Saal, der sehr überfüllt war, und wir mussten zu dritt acht Koffer durch einen ganz engen Weg tragen – dort konnte eine Person kaum durchgehen. Danach begannen die Beamten, unsere Taschen zu durchsuchen. Die Zeit, die ich dort verbrachte, war einer der schwersten Momente meines Lebens:

Als wir im Iran ankamen, trafen wir unsere Familie. Ich dachte, dass alles maximal in einem Monat erledigt wird und wir dann nach Deutschland gehen würden. Aber genau zu dieser Zeit protestierte das iranische Volk gegen das Regime. Das Land war in einem sehr schlechten Zustand. Überall gefährlich.

Deshalb verzögerten sich unsere Angelegenheiten. Nach vier bis fünf Monaten wurden die Proteste weniger und wir setzten unsere Angelegenheiten fort. Es gab einen Mann, der diese Dokumente für uns erledigte und er bereitete alle Papiere vor. Dann gingen wir für das Visum zum Konsulat. Nach einem Monat bekamen wir eine Antwort, und sie gaben uns das Visum. Wir waren in diesem Moment sehr glücklich. Aber dieses Glück dauerte nicht lange, denn wir mussten dem Mann Geld geben, aber uns fehlte Geld.

Wir verkauften fast alles, was wir hatten, um ihm das Geld zu geben. Aber am Ende schafften wir es, auch wenn es sehr schwer war, und wir gaben ihm das Geld. Wir waren genau ein Jahr lang im Iran und ich war jeden Tag zu Hause. Ich konnte nicht zur Schule gehen und konnte nichts anderes machen. Ich wurde depressiv, ich verlor meine Hoffnung, sogar wir dachten daran, für immer im Iran zu bleiben. Ich hatte dort keine Freunde, ich hatte gar nichts. Unsere Situation war schlechter als in der Türkei. Ich fühlte, als hätte ich gar nichts mehr. Aber wir kämpften trotzdem und am Ende haben wir es geschafft.

Wir flogen nach Deutschland und gingen zu meinem Onkel. Ab diesem Tag hat mein Onkel alles für uns gemacht, als hätte er drei neugeborene Kinder bekommen.

Wir blieben zwei Monate lang in einem Flüchtlingslager. Wir verbrachten zwei Monate in unhygienischen Zimmern. Danach wohnten wir bei meinem Onkel. Nachdem ich mein Deutsch verbessert hatte, ging ich zur Schule. Ich begann in der 8. Klasse, aber ich hatte ein großes Problem. Ich war zuletzt in der 5. Klasse zur Schule gegangen und das bedeutete, dass ich ohne die 6. und 7. Klasse direkt in die 8. Klasse musste. Ich hielt allen Schwierigkeiten stand und gab mein Bestes. Immer wenn ich aufgeben wollte, erinnere ich mich an diese schweren Tage, daran, wie meine Familie für mich gekämpft hat. Deswegen darf ich nicht aufgeben. Ich muss kämpfen, um meine Familie stolz zu machen. Alles, wovor ich am Anfang Angst hatte, habe ich jetzt geschafft. Alles, was ich mir vorgestellt hatte, habe ich heute.


Seite 6 (getippt)

„Der Mensch ist nichts anderes als das, wozu er sich macht.“ – Jean-Paul Sartre

Er sagt, dass das Leben aus Entscheidungen besteht und dass der Mensch selbst bestimmt, wer er wird. Er betont, dass ein Neuanfang Teil der Freiheit des Menschen ist.

Meiner Meinung nach passt die Haltung des Philosophen gut zu meinem Thema. Ich finde, dass ein Neuanfang sehr schwer ist, aber manchmal notwendig wird. Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich selbst erlebt habe, wie es ist, alles hinter sich zu lassen und in einem neuen Land wieder von vorne anzufangen. Dieses Thema hat sehr viel mit mir gemacht. Während dieser Zeit habe ich Angst, Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit erlebt, aber gleichzeitig habe ich gelernt, geduldig und stark zu sein. Nachdem ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe, fühle ich mich sicherer, weil ich verstanden habe, wie sehr mich diese Erfahrungen verändert haben. Ich weiß jetzt mehr über mich selbst, und ich fühle mich besser, weil ich sehe, dass ich all diese Schwierigkeiten geschafft habe.


Seite 7–9 (handschriftlich; Transkription)

(Seite 7)
Von der Türkei flüchteten wir weiter nach Griechenland diesmal mit einem Boot. Es stürmte, Menschen schrien, weinten, übersgaben sich. Ich war noch klein, aber ich spürte Angst, die ich bis heute nicht vergessen kann. Als wir in Griechenland ankamen, war ich ganz allein. Dann rieß mich ein Mädchen an und gab mir ihr alten Klamotten. Dieses Mädchen kenne ich nicht und werde es nie wieder sehen, aber ich werde ihr immer dankbar sein.
Kurz darauf trennten wir uns von meiner Tante, die nach Deutschland … (unleserlicher Teil) … Wir gingen nach Finnland. Dort lebten wir ungefähr anderthalb Jahre, bis wir erneut weiterziehen mussten, nach Deutschland.
In Deutschland hieß es plötzlich, wir bleiben hier. Ich war 6 Jahre alt, verletztlich und müde. Ich hatte grade erst Finnisch gelernt und jetzt sollte ich Deutsch sprechen. Ich wollte es nicht. Ich wollte mein Zuhause in Irak zurück, meine Familie, meine Sprache.
Wir lebten erst in Sigmaringen, dann in Stuttgart. Mit der Zeit wurde ich in der Schule gemobbt, auch während andere in den Ferien stolz nach Hause flogen, hatte ich Angst abgeschoben zu werden. Deutschland hatte uns noch nicht akzeptiert. Wir waren ständig in Unsicherheit.
Eine Zeit lang mussten wir sogar regelmäßig den Schlafplatz wechseln, weil klar war: wenn die Polizei kommt, werden wir abgeschoben. Diese Angst kann man nicht erklären, nur fühlen.
Bis heute war ich nicht wieder im Irak. Manchmal träume ich von meiner Familie, und wache mit einem schweren Herzen auf. Manchmal schwänze ich, da es mir nicht so gut geht. Wegen meiner Cam in der ich zahl weil die Sehnsucht zu sehr wehtut. (mehrere Stellen sind schwer lesbar; ich habe nur das sicher Entzifferbare übertragen)

(Seite 8 – Überschrift in Rot):
Auf der Suche nach Zuhause

Philosoph Heraklit sagte einmal: „Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Damit meinte er, dass sich im Leben alles verändert und wir uns ständig neuen Situationen anpassen müssen. Ich finde, dieses Zitat passt sehr gut zu meinem Leben, weil ich selbst erlebt habe, wie schnell sich eine Heimat, eine Sprache oder sogar ein ganzes Leben verändern kann.
Ich habe dieses Thema gewählt, weil es mich schon seit Jahren begleitet. Ich bin mit sechs Jahren aus dem Irak geflüchtet, habe in der Türkei, in Griechenland, in Finnland und später in Deutschland gelebt. Ich habe oft erlebt, wie es ist, sich fremd zu fühlen, obwohl man sich doch einfach nur ein Zuhause wünscht. Der Gedanke an Heimat macht nicht traurig, aber stärker, weil ich gelernt habe, weiterzugehen, egal wie schwer der Weg wird. Ich hoffe, dass ich dadurch das Schreiben darüber vielleicht besser verstehe, was ich bin und wohin ich eigentlich gehöre.
Ich wurde im Irak geboren. Ein Teil meiner frühen Kindheit fand dort statt, bis alles von einem Tag auf den anderen nicht mehr sicher war. Meine Familie wurde politisch und religiös bedroht und massiv verfolgt, weshalb klar war: wenn wir bleiben, riskieren wir unser Leben. 2015 mussten wir fliehen.
Zuerst ging es mit dem Flugzeug in die Türkei. Wir blieben 2 Wochen bei meiner Tante und meiner Cousine. Es war das letzte Mal, dass wir als komplette Familie richtig zusammen sein konnten. Danach begann der schwierige Teil.

(Seite 9)
Viele sagen Dinge wie: „Geh zurück in dein Land.“ Aber welches ist „mein Land“? Im Irak bin ich eine Fremde, in Finnland fremd, in Deutschland fremd und manchmal sogar in mir selbst.

Was es mit mir gemacht hat
Ich habe Depressionen entwickelt, weil ich alles verdrängt habe. Aber ich habe auch gelernt, wie stark Menschen werden können, wenn sie müssen; nicht weil sie wollen.
Heraklits Satz begleitet mich heute mehr als früher.
Ja, alles verändert sich. Vielleicht ist Heimat kein Ort, sondern ein Gefühl. Vielleicht werde ich es eines Tages wiederfinden.
Das Schreiben hat mir geholfen, wenigstens ein bisschen zu verstehen, wer ich bin und warum ich mich so fühle. Ich weiß immer noch nicht genau, wo ich hingehöre, nach all dem, was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin.

(Grüne Notizen/Kommentare der Lehrkraft wurden weggelassen.)

Qualia